Das Stammhirn ist der erste Teil des Gehirns, der sich entwickelt. Es ist auch

der älteste Teil des Gehirns des Menschen und ist zuständig für die Regula-

tion der Atemmuskulatur, des Herz- und Kreislaufsystems und der Körpertemperatur, also die

Kernaufgaben. Es ist zuständig für die Verdauung, den Geburtsverlauf, das Stillen und Sex.

Dies sind alles Vorgänge des Körpers die Ruhe und Entspannung brauchen. Wenn sich das Denker-

hirn einmischt, funktioneren diese nicht.

Das Kind reagiert schon mit 8 Wochen auf Hautreize. Durch die Hautwahrneh-

mung weiß der Mensch wo der eigene Körper zu Ende ist. Im Mutterleib hat das Kind viel

Spielraum, um sich selber zu spüren. Es lernt, welche Berührungen angenehm und welche

unangenehm sind. Und es lernt dadurch seinen eigenen Körper kennen. Hier macht es

seinen ersten Schritt zur Selbstwahrnehmung. Das Schmerzempfinden beginnt ca. in

der 20. Woche. Das Fruchtwasser enthält die Duftstoffe der Mutter. Dadurch kann das

Neugeborene seine Mutter direkt nach der Geburt riechen und erkennen. Im Mutterleib

hört das Kind eine ganze Menge. Denn sein Gehör ist schon in der 24. Woche voll ausgebil-

det. Es geht da ganz schön laut zu. Das Herz der Mutter schlägt, der Verdauungsapparat

macht Geräusche, das Blut fließt auch nicht lautlos. Am liebsten lauscht es der Stimme

seiner Mutter und kann diese nach der Geburt ganz schnell zuordnen. Es erinnert sich an

Lieder, die die Mutter ihm oft vorgesungen oder vorgespielt hat, an Geschichten, die sie

erzählt oder vorgelesen hat. Wenn die Mutter spricht, schwingt ihr Beckenboden mit und

verstärkt den akustischen Reiz. All dies vermittelt dem Baby schon im Bauch ein Gefühl der

Geborgenheit. Es entsteht die für ihn lebenswichtige erste Bindung. Auch die Stimmen des

Vaters und seiner Geschwister sind ihm schon vertraut. Tiefe Stimmen hört es besser.

Also, Männer, sprecht mit euren Babys, führt Bauchgespräche.

Das alltägliche Leben der Mutter mit all ihren Gedanken und Gefühlen bereiten das Kind auf

sein eigenes Leben vor. Es lebt diese mit und lernt so das ganze Gefühlsleben der Mutter

kennen. Eine ausgewogene Gefühlspalette von guten und weniger guten Gefühlen ist also

gut für die Entwicklung des Babys im Mutterleib. Das Baby reagiert mit Freude, wenn die

Mutter ihm ihre Liebe schickt, egal ob in Worten, Gedanken oder Gefühlen. Ist sie mal kurze

Zeit eher traurig, gestresst, genervt usw. hilft es dem Kind, wenn sie ihm erklärt, dass es

ihre Gefühle sind und nicht seine. Dies kann das ungeborene Kind schon verstehen. Schwie-

rig wird es, wenn negativen Gefühle längere Zeit vorherrschen. Dazu gehören Traurigkeit,

Wut, Stress, Schockzustände, usw. Dann sollte sich die Mutter Hilfe holen. In manchen

Fällen hilft es mit dem Partner oder guten Freunden zu sprechen. Auch der Arzt und die

Hebamme können oft weiterhelfen. Ich kann Ihnen ebenfalls helfen, diesen Gefühlen auf

den Grund zu gehen und sie zu verarbeiten. Wenn das alles nicht hilft, fragen Sie Ihren

Hausarzt oder Gynäkologen nach entsprechenden Fachleuten. Haben Sie keine Scheu

davor um Hilfe zu bitten, keiner ist vor seelischen Belastungen gefeit. Sie zeigen Stärke,

wenn Sie frühzeitig handeln und Sie tun es für sich, Ihr Baby und Ihrem Partner. Auslöser

solcher Gefühle können traumatische Erfahrungen wie eine Trennung, ein Trauerfall oder ein

Unfall sein, ebenso wie Erinnerungen aus der eigenen Kindheit. Auch haben wir Erinne-

rungen aus unserer Zeit als Ungeborenes. Denn jeder Mensch hat ein Körpergedächtnis.

Dies weiß man aus der Epigenetik.   

Weiter nachlesen kann man gut in folgenden Büchern:

 

"Das Geheimnis der ersten neun Monate" von Hüther/Krens

"Woran sich Babys erinnern" von Chamberlain

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   
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